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Verena weit weg ...

             ... in
Costa Rica

30.10.06 13:12, kommentieren

San José - Praktikum vorbei

Und schon ist meine letzte Arbeitswoche vorbei!

Gestern hatte ich meinen letzten Arbeitstag im INBioparque und musste mich von allen verabschieden. Die Zeit, die ich dort verbracht hab, war in jeglicher Hinsicht eine tolle Erfahrung. Alle Arbeitskollegen waren soo nett und freundliche und das Arbeitsklima so entspannt und fast schon familiaer, dass es richtig traurig war, mich von ihnen zu verabschieden. Alle meinten, sie werden mich vermissen und von einigen bekam ich zum Abschied sogar noch etwas geschenkt - u.a. auch eine Pflanze, mal schauen ob ich die durch den dt. Zoll bekomme, denn das waer eine tolle Erinnerung an den Park. Ich weiss gar nicht, wie oft sie sich alle fuer meine Hilfe bedankt haben. Der Abschied war wirklich sehr herzlich.

Ich will gar nicht wissen, wir es wird, wenn ich mich von meinen ganzen Freunden und meiner Gastfamilie verabschieden muss. Naja, aber jetzt gehts erstmal noch 2 Wochen durch Costa Rica und bevor wir zurueckfliegen haben wir noch einen ganzen Tag in San José, an dem ich mich von allen verabschieden kann (muss).

Morgen Abend kommt Fabi hier an und dann fahren wir am Montagmorgen gleich an die Karibikseite ans Meer. Deswegen hab ich jetzt schon angefangen mit Packen. Ich kann meine ganzen Sachen zwar bei meiner Gastfamilie lassen, aber mein Zimmer muss ich raeumen. Und Packen ist irgendwie schon fast wie Abreisen. Denn eigentlich moecht ich gar nicht so unbedingt zurueck nach Deutschland. Klar freu ich mich, alle wieder zu sehen un aufs deutsche Essen usw, aber nach ein-zwei Wochen wuerd ich gerne wieder hierherkommen. Hier ist es einfach anders als Daheim, man hat doch mehr Freiheiten und ist unabhaengiger. Ausserdem muss ich hier gar nix machen. Meine Gastmutter und Lady kochen, waschen, machen mein Bett. So laesst sichs gut leben! =)
Naja, aber alles geht mal vorbei! Leider! Aber meine Zeit hier war einfach genial und ich will sie nicht missen. So ein Aufenthalt im Ausland, wo man ganz auf sich alleine gestellt ist, ist schon eine Erfahrung fuers Leben!

24.2.07 20:10, kommentieren

Brasilito, Playa Conchal

So langsam geht meine Zeit hier vorbei. Leider! Ich hab mich so sehr an alles hier gewoehnt, dass es mir sehr schwer fallen wird, mich von dem Land und Leuten zu trennen. Aber immerhin bleiben mir noch 2 Wochen, in denen ich zusammen mit Fabi durch Costa Rica reisen kann, denn Fabi fliegt naechsten Sonntag hierher. =)
Aber so war letztes Wochenende schon mein letztes Rumreise-Wochenende mit Freunden. Konnte es gar nicht glauben!

Mittwochs traf ich mich mit Avdyl, den ich uebers StudiVZ kennengelernt hatte und der hier 3 Wochen rumreist. Da wir uns super verstanden machten wir aus, dass er mit uns allen dieses Wochenende mit nach Brasilito faehrt.
So traf ich mich am Freitagmorgen mit Susi, Sabrina, Joern (er wohnt bei den beiden in der Gastfamilie, 25) sowie Avdyl und wir fuhren 6 lange heisse Stunden nach Brasilito in Guanacaste. Als wir aus dem Bus ausstiegen, stellten wir erstaunt fest, dass dieses Wochenende ein kleines Fest mit Stierkampf und vielem mehr uebers Wochenende in Brasilito stattfand. Schnell hatten wir eine super Unterkunft in Strandnaehe gefunden und huepften noch bei den letzten Sonnenstrahlen ins Meer. Die beste Abkuehlung, die es gibt! Abends gingen wir dann lecker in einer kleinen Soda essen, schauten dem Stierkampf zu und schlenderten ueber das Festgelaende. Insgesamt aehnelte es sehr einem kleinen Volksfest, das die Ticos mit grosser Freunde genossen. Von der langen Fahrt geschafft fielen wir aber schon recht frueh ins Bett.

Am naechsten Morgen kauften wir unsere Rueckfahrtickets und machten uns danach gleich auf zur Playa Conchal. Diese liegt eine Bucht weiter von Brasilito und ist wunderbar am Strand entlang zu Fuss zu erreichen. Dort verbrachten wir den ganzen Tag und genossen den herrlichen weissen Sand, das Meer, die Sonne... Gegen Abend trieb uns der Hunger dann wieder zurueck nach Brasilito. Diesmal holten wir uns alle eine Schale Chop Suey an einem Essenstand auf dem Festgelaende. Dann schauten wir nochmal ein bisschen beim Stierkampf zu und genossen die Atmosphaere auf dem Fest. Eigentlich wollten wir danach dann noch bisschen tanzen gehen, aber die einzige Disko, die es dort gibt, verlangte Eintritt, toente aber kilometerweit. So setzten wir uns an den Strand, genehmigten uns einen leckeren Piña Colada und liessen den Abend so ausklingen.

Sonntag blieb uns leider nur der halbe Tag, was uns aber nicht davon abhielt nochmal zur Playa Conchal zu laufen und uns am Anfang der Bucht von der Sonne und dem Meer verwoehnen zu lassen. Leider war ich ein bisschen zu wenig im Schatten, so dass ich mir mal wieder einen Sonnenbrand geholt hab. Die Sonne brennt einfach sehr stark runter, denn die anderen hats auch teilweise gut erwischt. Aber den Spass wars uns wert!
Um 2 mussten wir uns dann leider wieder vom Strand und Avdyl verabschieden. Er fuhr weiter nach Tamarindo und wir in Richtung San Jose. Zum Glueck gingen die 6 Stunden schneller rum als bei der Hinfahrt. Da wir in die Nacht reinfuhren, war es naemlich nicht mehr so heiss im Bus.

Und jetzt ist meine letzte Arbeitswoche angebrochen und ich muss so langsam daran denken, meine Sachen zu packen und vorzubereiten, denn so schnell wie die Zeit hier vergeht, ist der Sonntag gleich da.

20.2.07 00:28, kommentieren

Montezuma

Letzte Woche war es nachts meistens ziemlich kalt. Dick eingepackt in 2 Decken hab ich mir aber trotzdem eine leichte Erkaeltung geholt. Vielleicht liegt es auch ein bisschen daran, dass ich im Herbarium arbeite, wo es ziemlich kuehl ist, und dann immer raus in die Hitze gehe. Naja, Susi ging es jedenfalls aehnlich. Deswegen wollten wir mal wieder nach Guanacaste an einen Strand fahren. Nach langem Hin und Her (die Auswahl ist so gross =)) entschlossen wir uns fuer Montezuma und dann wars auch schon Freitag.

Um halb 1 Uhr trafen wir uns auf der Avenida Central: Susi, Sabrina, Tiffany, Carsten, ich und ein neuer aelterer Schweizer, der jetzt in Stefans alter Gastfamilie wohnt. Dann fuhren wir im Bus nach Puntarenas, wo wir die Faehre nach Tambor (Halbinsel Nicoya) nahmen. Die Ueberfahrt war total schoen. Erstmal kam total Urlaubsfeeling auf, weil die Faehre wie z.B. aufm Aermelkanal oder im Mittelmeer war. Und dann ging mal wieder die Sonne unter. Alles sah so friedlich aus! Einfach schoen. In Tambor dann war der billigen Linienbus proppevoll, so dass wir mit dem Touri-Bus fahren mussten. Die Fahrt war zwar angenehmer mit Klimaanlage, dafuer aber ziemlich teuer.
Irgendwann kamen wir dann endlich in Montezuma, einem kleinen verschlafenem Nestchen mit Karinik-Flair, an. Schnell fanden wir eine billige Unterkunft, die direkt am Strand war. Dann gingen wir essen und bisschen was zum Trinken einkaufen, was wir dann spaeter am Strand tranken. Dort sassen wir noch eine ganze Weile unter einem gewaltigen Sternenhimmel (man sah sogar ganz deutlich die Milchstrasse!) und lauschten den Wellen.

Am Samstag machten wir uns dann gleich nach dem Fruehstueck auf zur Playa Grande. Das ist ein langer Sandstrand noerdlich von Montezuma. Um dahin zugelangen, kletterten wir ueber Felsen, liefen kleine Buchten entlang und wateten durch kleine Fluesse mit buntem Flussbett. Als wir nach einer Weile ankamen waren wir so ziemlich die einzigen dort und hatten die gesamt Bucht fuer uns. So machten wir uns auf einem grossen Baumstamm gemuetlich und huepften ins kuehle Nass. Diesmal hab ich mich soviel eingeschmiert, dass ich so gut wie keinen Sonnbrand bekommen hab, sondern voll braun geworden bin. =) Spaeter liefen wir wieder zurueck - die anderen hatten Hunger. Susi und ich bliebe aber noch in einer kleinen Bucht und quatschten ein bisschen. Abends dann hatte ich furchtbar Kopfweh und Sabrina eine Magenverstimmung, so dass der Abend nicht ganz so schoen war wie der zuvor. Mir ging es nach einem kuehlem Nackenwickel und bisschen Ruhe wieder ziemlich gut, so dass ich abends noch mit einem Argentinier ins Gespraech kam, der zusammen mit Freunden eine Backpacking-Tour durch Sued-/Lateinamerika macht. Sabrina lag leider schlapp im Bett, Susi und Tif waren dagegen am Abdancen.

Nachdem Sabrina recht viel geschlafen hatte, gings ihr am naechsten Morgen zum Glueck wieder recht gut. Da sie aber noch bisschen schlapp war, blieb sie am Strand, waehrend der Rest zu Wasserfaellen in der Naehe wanderte. Zunaechst war es nur Wasser, dass ueber kleinere Steine und Felsbrocken floss. Ein aelterer Amerikaner meinten dann aber, wir sollten noch weiterlaufen, man muss ein bisschen klettern, aber dann kommt man zu einer Reihe von 3 Wasserfaellen. Da er eh auf dem Weg dahin war, liefen/kletterten wir ihm ueber Steine, Wurzeln, Felswaende hinterher. War ziemlich anstrengend und man musste wirklich achten, wo man hintrat, weil es teilweise sehr steil hoch bzw. runter ging. Aber der muehsame Weg lohnt sich! Der oberste Wasserfall war ungefaehr 3m hoch, der mittlere 10m und der unterste bestimmt 25m. Dazwischen gab es immer tiefe Becken, in denen man wunderbar schwimmen konnte oder hineinspringen konnte =). Aus 3m Hoehe machts schon mega Fun, aber die 10m waren echt krass. Nach kurzem Zoegern sprang ich dann doch. Unglaubliches Gefuehl, ich dachte ich fliege ewig! Als Beweis gibts sogar ein Video! Leider verging die Zeit mal wieder viel zu schnell, so dass wir uns bald schon wieder aufmachen mussten, damit wir den Bus zum nach Hause fahren erwischen.
An den Wasserfaellen lernten wir Michi (22 aus Muenchen) kennen, mit dem wir dann zusammen zurueckliefen und auch ein Stueck im Bus fuhren. Es fuhr von Cobano aus dann nach Santa Theresa zum Surfen. Wir fuhren weiter zur Faehre und ueberquerten nochmal den Golf von Nicoya waehrend die Sonne unterging.
In Puntarenas liessen wir uns von einem Ticos anschwatzen, der uns anbot uns nach San Jose fuer 5 $ zu fahren. Nach unseren schlechten Erfahrungen aus Panama, zweifelte ich sehr an seiner Serioesitaet und hatte ein ziemlich ungute Gefuehl. Aber gegen 5 Leute hat man doch keine Chance und so liessen wir uns von ihm nach San Jose fahren. Es bot uns sogar an jeden nach Hause zu fahren. Als wir dann bei Martin ankamen, stiegen Martin und ich aus und wolltem ihm die 10 $ geben. Doch der Tico meinte ploetzlich 50 $ pro Person! Wir diskutierte lange mit ihm rum, holten Martins Gasteltern sogar zu Hilfe, doch der Tico war so knallhart und beharrte auf seine 50 $. So sind wir schliesslich zur Polizei und man kann sich gar nicht vorstellen, wie anderst die Polizei hier eingreift. Sie meinten, nachdem wir wieder eine ganze Weile diskutiert hatten, entweder wir finden einen Kompromiss oder wir duerfen zum Richter eine Nacht da bleiben und dann gibts einen Prozess und das zieht sich auf jeden Fall hin usw usf. Es war regelrecht Erpressung. D.h. wir mussten praktisch auf einen Kompromiss eingehen. Und der Tico verlangt als Kompromiss 40 $ von jedem!! Er war so dreist und knallkart, das wir schliesslich einwilligen mussten und Carsten ihm zu Hause schliesslich das Geld fuer uns alle gab. Denn wir hatten nicht mal soviel Geld dabei. Aber 40 $ sind ein ganz schoener Happen, das waer nochmal ein super Strandwochenende zum Beispiel. Es war einfach nur unfair und der Tico lachte dabei noch ganz haemisch und war einfach nur verlogen. Er hat mit uns jetzt 240 $ verdient, wofuer er vielleicht grad mal 15 $ Kosten hatte wegen Benzin. Und die Polizei hat ihm mehr geglaubt, weil wir ja Touristen sind oder weiss Gott warum. Unvorstellbar!
Er schwoerte auf Susis Nachfragen sogar auf Gott, dass er die Wahrheit sagt. Einfach unglaublich! Die Ticos sind doch alle so glaeubig und meine Gastmutter schuettelte nur den Kopf! Ich frag mich echt, wie ein Mensch so dreist sein kann. Das ist doch schon unmenschlich, so wie der sich verhalten hat! Und dann hat er auch noch immer so komisch gelacht. Wir waren alle so wuetend, Sabrina weinte sogar, aber wir waren einfach machtlos. Ich hab mich in meinem ganzen Leben noch nie so hilflos gefuehlt, wie in der Polizeiwache! Es war einfach zu krass.

So hatte unser Wochenende einen sehr bitteren Nachgeschmack. Und es hat uns auch mal wieder vor Augen gefuehrt, dass wir in Costa Rica in Lateinamerika sind und nicht in Europa. Einerseits traumhafte Straende, andererseits Gauner und Ungerechtigkeit, wohin man schaut!

13.2.07 01:12, kommentieren

Monteverde

Nachdem wir die letzten beiden Wochenende nur am Strand waren, ging es dieses mal in den Nebelwald. Da es Stefans letztes Wochenende in Costa Rica ist, wollten die anderen diese Canopy-Tour machen.

So bin ich am Samstag soooo frueh aufgestanden, so frueh bin ich noch nie aufgestanden, ausser wenn ich an den Flughafen gefahren bin. Um Viertel vor 5 klingelte mich mein Wecker aus meinem eh sehr unruhigen und kurzen Schlaf. Also schnell Essen, restlichen Sachen zusammenpacken und los in die Stadt, mit den anderen treffen und in den Bus. Dort trafen wir noch einen Deutschen, Carsten, der hier seit ein paar Tagen studiert. Mit ihm waren wir dann die ganze Zeit unterwegs.
Nach etwa 4-5 Stunden Fahrt kamen wir dann in Santa Elena, Region Monteverde, an. Da wir am gleichen Tag noch Canopy oder die Haengebruecken, die durch die Baumgipfel gehen, machen wollten, kuemmerten wir uns uns gleich darum und suchten uns anschliessend eine Unterkunft. Mit nem Taxi fuhren wir dann zu so einer Anlage, wo man diese Attraktionen machen konnte.
Nach langem Hin und Her entschloss ich mich nicht nur die Haengebruecken, sondern auch das Canopy mit den anderen mitzumachen, da es zusammen ganz preiswert war. Erstmal liefen wir ein bisschen durch den Wald und ueber die Haengebruecken. Dabei kriegt man wirklich tolle Einblicke in die hoeheren Teile der Baeume. Um 2 liefen wir zurueck zur Station und legten die Ausruestung fuer Canopy an. Und los gings. Eine Wendeltreppe hoch, ein kleines Stueck durch den Wald und schon waren wir am ersten Seil. Zu der Station gehoerten etwa 11 Seile unterschiedlicher Laenge, an denen man an den Baumgipfeln vorbeifliegen kann. Wir waren bestimmt 2 Stunden unterwegs, wo wir von Seil zu Seil liefen, um dann durch die Luefte zu fliegen und im Nebel zu verschwinden... Einfach genial, kann ich nur sagen!
Gegen Abend kamen wir wieder zurueck nach Santa Elena, wo wir zu 6 (Susi, Stefan und ich, dann die Schweizerin Sabrina, die Amerikanerin Tiffany und Carsten) zusammen einkauften und dann lecker Pasta mit Tomatensosse und Kaese kochten und dazu bisschen Rotwein tranken. Mir ging es abends leider nicht so gut, weil mir der Kopf so gebrummt hat und mit meinen Magen irgendwas nicht ganz in Ordnung war. Ich war einfach total geschafft von dem Tag. Schon vor 5 auf den Fuessen sein und dann den ganzen Action, das schafft einen. In unserer Unterkunft haben wir dann noch nen Amerikaner, Jason, kennen gelernt, den wir zum Mitessen eingeladen haben und mit dem wir danach dann noch Karten gespielt haben (Shithat). War total lustig.
Spaeter wollten die anderen dann noch bissl weg gehen und ich bin halt mal mit. So waren wir dann in einer Bar mit Tanzflaeche. Es war aber selbst um 10 Uh noch nicht viel los. Gegen halb 12 sind wir wieder gegangen, weil wir einfach alle total geschafft waren. Da ging dann so langsam die Party los.
Am naechsten Tag klingelte der Wecker wieder um halb 6 Uhr. Stefan lief zum Busbuero und kaufte die Rueckfahrtickets und wir verliessen unsere Zimmer, fruehstueckten (war im Preis von 6 $ pro Nacht pro Person mit inbegriffen!!!!!!) und machten uns dann fuer um halb 7 auf zum Bus. So waren wir schon vor 12 wieder in San Jose. Und ich tot muede. Hab im Bus nur so vor mich hingedoest, deshalb war es gar net so einfach den ganzen Nachmittag dann rumzukriegen, aber irgendwie gings mit PC und Fernseher. Um 10 fiel ich dann schliesslich ins Bett und schlief sofort ein.

30.1.07 00:07, kommentieren

Puntarenas und Palmares

Freitags entschieden wir ganz spontan, dass wir am naechsten Tag einen Tagesausflug nach Puntarenas machen werden. Die Stadt liegt etwa 2 Stunden Busfahrt  von San Jose entfernt und hat einen schoenen langgezogenen Strand.

Am Samstag bin ich dann sehr sehr sehr frueh aufgestanden und wir sind zu fuenft nach Puntarenas gefahren. Denn bei Susi wohnt jetzt noch eine Schweizerin, die in die Schule geht und dort noch eine Amerikanerin kennen gelernt hat. So waren wir mal nicht nur zu dritt wie sonst immer unterwegs, was auch total cool war. In nur 2 Stunden kamen wir aus dem kalten San José raus und ins warme Puntarenas. Dort waren wir dann eigentlich den ganzen Tag am Strand, wo wir auch ein kleines Mittagspicknick gemacht haben. Gegen Abend sind wir noch einen Bananen-Shake trinken gegangen und haben den wunderschoenen Sonnenuntergang beobachtet. Als die Sonne dann weg war, machten wir uns wieder auf zum Bus, so dass wir gegen 8 schon wieder in San Jsoé waren. Mit dem ganzen Hin- und Hergefahre und den ganzen Tag am Meer, war ich ziemlich kaputt, als ich daheim ankam.

Sonntags bin ich dann wieder frueh raus und wir sind zu viert, d.h. ohne Stefan nach Palmares gefahren. Wir fuhren zusammen mit einer tica-Freundin von Susi und deren Freundinnen. Las Fiestas de Palmares waren dann aber nicht so dolle, ueberall kam Reggaeton, viele Essens- und Trinkstaende und Fahrgeschaefte. Also sehr aehnlich wie Volksfest. Da ich die letzten Naechte ja nicht viel geschlafen hatte und dazu auch sehr schlecht, war ich voll unfit und grummelig. Die anderen wollten in so ein Diskozelt, wo man Eintrittskarten fuer spaeter kaufen musste. Ich hatte aber so null Bock, dass ich dann einfach alleine heimfahren wollte, wenn sie tanzen gehen. Als wir dann da noch so rumliefen, knallte die Sonne nur so runter, dass Susi einen Sonnenstich oder aehnliches bekam. Jedenfalls gings ihr net wirklich gut und so fuhren wir letztenendes alle zusammen frueher heim.

23.1.07 00:11, kommentieren

Panama - Bocas del Toro

Letztes Wochenende ist viel passiert und ich hab sehr viele neue Erfahrungen gemacht. Ich werd versuchen, alles zu berichten, weshalb es wohl ein sehr sehr langer Bericht werden wird...

Freitagmorgen machen Susi, Stefan und ich uns auf zum Panama-Bus-Terminal. Stefan ging vor, um schonmal die Tickets zu kaufen und spricht dort 3 Kanadierinnen an, die auch nach Bocas del Toro wollen. Gegen 9 fuhr der Bus dann auch endlich Richtung Puerto Limón los, wo wir eine kleine Pause machen und schliesslich nach ca. 6 Stunden den kleinen Grenzort Sixoala erreichen.Zu Fuss ueberquerten wir den Grenzfluss, auf einer alten Metallbruecke mit Holzbalken und holen uns den Einreisestempel. Die Kanadierinnen muessen jeweils 10$ fuer die Einreise zahlen, wie gar nichts. Komisch, dass immer die Nordamerikaner zur Kasse gebeten werden. Naja, sie sind halt eher unbeliebt und reisen eben viel ein. Im gleichen Bus gings weiter nach Changiunola, wo uns total Unwissenden der Bus-Schaffner eroeffnete, dass Panama eine andere Zeitzone ist, d.h. eine Stunde spaeter. Gut zu wissen, dachten wir uns.
Als wir dann endlich am Ende unserer Busfahrt ankamen wurden wir gleich von Taxi-Fahrern bestuermt. Bei einem stiegen wir schliesslich ein und er meinte, wir fahren zum naeheren Hafen von Changiunola. Unterwegs diskutierten wir noch ueber den Preis, als es dort dann aber 'komischeweise' keine Boote gibt, erklaert er uns, dass wir dann zum anderen groesseren Hafen (von Almirante) fahren, fuer 8 $. Von da aus waere die Ueberfahrt kuerzer und deswegen auch billiger. Da uns nichts anderes uebrig blieb, stiegen wir darauf ein.
Der 'achsogrosse' Hafen von Almirante stellte sich dann als mehrere kleine Bootsanlegestellen heraus. Unterwegs hatte der Fahrer noch dort angerufen, um uns 3 Plaetze zu reservieren. Aus unserer Sicht war das Handygespraech aber komlett gestellt. Trotzdem bekamen wir noch Plaetze und fuhren in einem Boot nach Bocas del Tor. Zuerst vorbei an vielen aufs Wasser gebauten Holzhaeuschen mit Stegen und einfachen Paddelbooten, die immer mit viel Gruen abwechselten. Einige Minuten spaeter nur noch vereinzelt diese Haeuschen, dafuer viele im Wasser stehen Baeume, wahrscheinlich Mangroven, die ganze Inseln bildeten. Hinter unseren Ruecken ging langsam die Sonne unter, so dass es ein schoenes Farbenspiel gab.
Nach etwa einer halben Stunde erreichten wir Bocas del Toro und tauchten in ein fuer mich voellig neues Flair ein. Um die Bootsanlegestelle reihten sich Haeuschen auf dicken Pfaehlern ueberm Wasser. Alles war bunt und schien sehr gemuetlich zu sein. Zum ersten Mal bekam ich das Gefuehl, hier steht die Zeit still, dieses chillige Karibik-Feeling.
Da ich von einer Freundin das Hostel Mondo taitu empfohlen bekommen hab, machten wir uns gleich auf den Weg dorthin. Das gelbe Haus machte einen sehr lebendigen Eindruck zwischen dem Gruen. Total beeindruckt betraten wir es. Im Vorgarten sassen junge Surfer/innen, der eingangsbereich war total offen gestaltet, mit 'Waenden' aus Schwemmholz und Lianen. An der Decke hingen Surfbretter, in der Ecke eine Haengematte. Eine kleine selbstgbaute Treppe fuehrte in den ersten Stock hoch, davor ein kleiner Tisch, die Anmeldung. Im Hintergrund Musik. Als wir endlich einen der Besitzer sprechen koenne, sagte dieser, sie waeren voll, entschuldigte sich freundlich und drueckte uns eine Flyer in die Hand. Abends gaebe es eine Party, wir sollen doch auch kommen, es gaebe auch ein Getraenk umsonst. Etwas enttaeuscht gehen wir wieder auf die Strasse, wo uns ein junger Panamese anspricht und uns zu einem anderen Hostel mit Terasse ueberm Meer fuehrt. Susi gefiel das Mehrbettzimmer und Sammelklo/-dusche nicht so, weshalb wir dann schliesslich in einem anderen landeten, auch in einem Mehrbettzimmer mit 2 Brasilianern. Dort entdeckte ich auch ein Schild fuer eine Delfin-Tour mit Schnoercheln usw. Unser panamesiche 'Fuehrer' sprang sofort drauf an und meinte, das waer seine Tour. Ich biss sofort an, weil ich doch so unbedingt Delfine sehen wollte. Susi zoegerte noch, da meinte er e wuerden auch 3 Kanadierinnen und eine Mutter mit Tochter mitkommen, gab uns seinen Namen usw. Schliesslich sagten wir zu und zahlten ihm 5 $ (von 15 $) voraus.
Da es im hostel eine Kueche gab, wollten wir uns Spaghetti mit Tomatensosse machen. Doch so verwoehnt wie wie sind, konnten wir das wirklich leckere Essen nicht ganz geniessen, da wir die Kueche fuer nicht sehr hygienisch hielten. Susi gefiel alles nicht so gut, so dass unsere Stimmung langsam sank. Abends gingen wir dann wieder ins Mondo Taitu, wo wir uns ein Cerveza Panama holten, auf die Terasse setzen.

Samstagmorgen standen wir voller Vorfreude auf die Delfin-Tour auf, machten uns total leckere Sandwichs, gingen nochmal ins Mondo Taitu, um vielleicht fuer die naechsten Naechte dort zu uebernachten. Und wir hatten Glueck. Zwar waren die Zimmer noch nicht frei, aber wir konnten schonmal unser Gepaeck hinbingen. Dann liefen wir zu dem vereinbarten Treffpunkt, um auf den jungen Panamesen zu warten. Der tauchte aber nicht auf! Er hatte uns ueber die Ohren gehauen und uns dreist die 5 $ abgezogen.
Veraergert stiefelten wir zurueck ins Mondo Taitu. Uns wurde ziemlich deutlich, wie naiv wir waren und uns immer auf sowas einlassen. Wie am Arenal, wo wir uns auch die Tour aufschwatzen lassen haben. Wir schworen uns, uns nie wieder auf solche dahergelaufenen moechte-gern Touristenfuehrer einzulassen. Schlecht gelaunt konnten wir spaeter dann unser eigenes Zimmer beziehen. Immerhin etwas, so wussten wir wenigstens unsere Sachen in Sicherheit. Da das Wetter den ganzen Vormittag schon so verregnet war, gammelten wir dann dort verdrossen rum.
Zuvor hatten wir bei der Anmeldung einen Amerikaner, einen Belgier und eine Deutsch-Englaenderin (Katrin, 27) kennengelernt. Als wir schliesslich beschlossen, wenigstens noch an den Strand zu gehen, verabredeten wir uns fuer spaeter mit Katrin. Als wir nach etwa 10 min an dem Strand ankamen, waren wir nur wenig begeistert davon. Er war wirklich nicht der schoenste Strand und ohne Sonne sah er noch unfreundlicher aus. Jedoch trafen wir dort auf den Belgier, der uns ein bisschen surfen beibrachte. Spaeter kam dann Katrin und mit ihr mal wieder der Regen. So fluechteten wir uns auf einen Holzsteg mit Strohdach, der aufs Meer hinausragte. Dort sassen wir bestimmt 2 Stunden und unterhielten uns mit ihr. Sie erzaehlte uns viel von sich, dass sie allein durch Zentralamerika reist, Freunde auf der ganzen Welt hat usw. Gegen Abend gingen wir zurueck ins Hostel, wo wieder eine kleine Party im Gange war. Wir setzen uns jedoch oben auf den kleine Balkon, wo wir noch mit anderen jungen Weltenbummlern, Surfern und jungen Leuten redeten. Eine kam aus Finnland, einer aus London, der Belgier sass auch wieder dabei, in der Kueche begegneten wir noch 2 Deutschen usw. Dabei wurde fleissig gekifft und irgendjemand spielte eigentlich immer auf einer Gitarre, auch Stefan und ich.

Am Sonntag standen wir wieder frueh auf, da wir doch so eine Delfin-Tour machen wollten, damit das Wochenende nicht so verschenkt war. So machten wir uns wieder so leckere Thunfisch-Sandwichs und trafen uns mit den 2 Deutschen und einer weiteren Freundin, um direkt am Bootssteg zu zahlen und ins boot zu steigen (Der Veranstalter wurde vom Mondo Taitu empfohlen). Am Steg trafen wir noch auf einen weiteren Deutschen (Raphael) und 2 aus Israel. Das Wetter war nicht so berauschend, aber wir hofften einfach, dass es noch besser werden wuerde. Weit gefehlt. Waehrend der Bootsfahrt regnete es immer wieder, mal staerker, mal schwaecher. Der Fahrtwind war auch ziemlich kuehl, so dass wir in unseren kurzen Klamotten froren. Nachdem wir im Dolfin's Bay ueber 10 min herumgefahren waren und keine Delfine zu sehen waren, mussten wir weiter. Na toll, dachte ich mir, was fuer ein verflixtes Wochenende. Wir fuhren zu einer anderen Insel und machten eine kleine Pause. Da uns so kalt war, huepften und tribbelten wir herum, um wenigstens die Gaensehaut zu vertreiben. Anschliessend ging es dann wieder ein Stueck aufs Meeer hinaus, wo wir mit Schnoerchel-Ausruestung ins Wasser sprangen und Korallen und Fische in allen Farben und Groessen zu sehen bekamen. Nach einer ganzen Weile kletterten wir aus dem warmen Wasser wieder ins Boot und fuhren weiter. Im Regen und im Fahrtwind wieder frierend brachte uns der Bootsfuehrer zu einer anderen Insel und einem traumhaften Strand, dem Red Frog Beach. Stefan und ich schmuggelten uns am Eingang vorbei, Susi dagegen zahlte artig die 2 $ Eintritt. Weil so viele Leute da waren und es wie aus Kuebeln gegossen hat, hat das eh keiner gemerkt. Ueber ein matschigen Weg gelangten wir dann immernoch im Regen an den Strand. Waere das Wetter nicht so schlecht gewesen, waere es wirklich einmalig gewesen. Schon ein komisches Gefuehl im Regenmantel oder Poncho unter Palmen am Strand zu stehen. Da wir ja eh schon so durchgefroren waren, ging ausser Stefan auch keiner ins Wasser. Wir liefen am Strand entlang, machten Fotos unter anderem auch von den Wellen die die Felsen schlugen und sich meterhoch aufbaeumten. Ein beeindruckendes Schauspiel! Gegen 4 liefen wir wieder zum Boot und machten nochmal eine Matsch-Fuss-Packung auf dem Weg dahin. Wir fuhren wieder in Richtung Bocas del Tor, hielten aber unterwegs nochmal an einer anderen Stelle zum Schnoercheln an. Dort gabs leider nur sehr wenig Korallen, dafuer aber viele bunte Fische, so z.B. auch einer, der aussah wie der Regenbogenfisch aus dem Kinderbuch. Als alle wieder ins Boot geklettert waren, neigte sich unsere Tour dem Ende zu, leider ohne Delfine gesehen zu haben. Trotzdem war die Tour ganz schoen, denn wir haben wirklich viel gelacht, obwohl kalt und nass war.
So freuten wir uns umso mehr auf unser Hostel, eine warme Dusche und trockene Klamotten. Mit warm Duschen war aber leider mal wieder nichts. Und da unsere Handtuecher auf der Bootsfahrt komplett nass geworden sind, konnten wir uns auch nicht wirklich abtrocken. Irgendwann waren wir dann aber doch trocken, in frischen trockenen Klamotten und schluerften heissen Tee. Trotz des vielen Regens wurde erstaunlicherweise auch keiner krank.
Als wir dann in unserem Zimmer sassen, gingen wir mal unsere Finanzen durch und stellten fest, dass wir eigentlich zu wenig Geld mitgenommen hatten. So wie es aussah, konnten wir nichtmal unsere Rueckfahrt bezahlen. Als wir so darueber redeten, ueberlegten wir auch wegen dem Essen. Obwohl die Situation ja eigentlich ziemlich ernst war, war sie schon wieder so komisch, dass wir lachen mussten. Denn als Susi meinte, sie kauft sich nen Apfel, war die Antwort "zu teuer"! Wir konnten uns nicht mal einen Apfel fuer 30 US-Cent leisten!! Unsere Lektion mit dem Vertrauen hatten wir wirklich gelernt, denn haetten wir die 5 $, die wir dem jungen Panamesen gegeben hatten,noch gehabt, haetten wir keine Probleme gehabt. Zwar hatte Susi noch einen Traveller-Scheck, die Bank hatte aber so beschissene Oeffnungszeiten, dass wir ihn wohl auch nicht eintauschen konnten.
Ein wenig spaeter fanden wir aber schliesslich eine Loesung. Zum Glueck hatten Stefan und ich naemlich noch jeweils 10 000 Colonnes dabei. Als die 3 deutschen Maedels gegen Abend noch zu uns kamen (zum Teetrinken, den gabs naemlich bei uns im Hostel umsonst und der war auch voll lecker), meinten sie, sie koennten uns die gerne wechseln. So hatten wir gerade noch genug Geld fuer die Rueckfahrt. Mit dem Essen wuerden wir allerdings sehr sparen muessen.
Nachdem wir das aber ungefaher geregelt hatten, wollten wir nochmal unseren letzten Abend in Panama geniessen. So sassen wir wieder auf dem Balkon und unterhielten uns mit allen moeglichen Leuten. Eine junge Englaenderin, die eine Weltreise macht, sass z.B. bei uns, der Belgier war auch wieder da und brachte Stefan ein bisschen Gitarre-Spielen bei, 3 Braslianer sangen ziwschendurch wunderschoen auf Portugisisch usw. Natuerlich wurde auch wieder fleissig gekifft. Es herrschte eine tolle Atmosphaere und so klang der Tag total gemuetlich und lustig aus.

Wie schon die letzten Tagen, standen wir wieder frueh auf, diesmal aber schon um 6 Uhr. Denn wir wollten die Faehre um 7 Uhr erreichen. Da ich mir am Tag zuvor den einen Fuss an Korallen aufgeschuerft hatte, liefen die anderen beiden los, um nochmal das leckere Brot zu kaufen, denn fuer mehr als Brot reichte unser Geld leider nicht. Dann verliessen wir das Mondo Taitu - das beste Hostel, in dem wir bis jetzt gewohnt haben - und trafen uns mit den 3 deutschen Maedels (im stroemenden Regen), denn sie wollten auch weiter nach Costa Rica. An der Bootsanlegestelle trafen wir dann auch noch Raphael.
Da wir nicht reserviert hatten, bekamen wir gerade noch Platz im Boot. Stefan sass neben dem Fahrer und Susi und ich quetschten uns jeweils in eine der Sitzreihen. Da das Wetter sich nur wenig besserte, regnete es natuerlich auch ins Boot und da wir am Rand sassen, waren nach nur ein paar Minuten auf der rechten Seite von oben bis unten nass. So konnten die Bootsfahrt nicht geniessen. Wir fuhren extra mit dem Boot, weil es direkt nach Changuinola fuhr und man mehr zu sehen bekam. Aber vom Regen vollkommen entnervt, fehlte uns der Blick fuer die schoene Natur. Los gings erstmal wieder an grossen Inseln vorbei, spaeter dann fuhren wir durch viele kleinere Kanaele, deren Ufer ganz wild bewachsen waren.
Als wir dann nach etwa einer dreiviertel Stunde die kleine Bootsanlegestelle von Changuinola erreichten, wurden wir gleich wieder von Taxi-Fahrern belagert. Da wir jetzt ja zu siebt waren, handelten wir den Preis auf 3 $ pro Person fuer bis nach Sixaola runter. Mit uns im Taxi-Bus fuhr noch ein aelteres amerikanisches Paerchen, die daemlicherweise den vollen Preis von 5 $ zahlten. Selber Schuld!
Nach einer weiteres dreiviertel Stunde erreichten wir dann den Grenzort, wo wir problemlos unseren neuen Einreisestempel holen konnten. Wir hatten uns so einige Gedanken gemacht, denn wir waren nicht ganz 72 Stunden ausgereist und Susi hatte ihr Ruckflugticket vergessen (muss man da aus irgendwelchen Gruenden vorzeigen). Zum Glueck lief aber alles ohne Probleme ab und Stefan und ich hatten wieder die Aufenthaltsgenehmigung fuer 90 Tage in Costa Rica.
Da die 3 anderen Maedels mit den Formalitaeten schon fertig waren, liefen sie schonmal vor, um nach dem Bus zu schauen. Als wir dann fertig waren, ging mal wieder ein Schauer runter und wir warteten im Grenzhaeuschen, da wir nicht noch naesser werden wollten. Als wir dann weiterkonnten, sahen wir, wie der Bus am anderen Ende des Ortes gerade abgefahren war. Na toll, als ob wir nicht schon genug Pech gehabt haetten, durften wir dann noch ueber eineinhalb Stunden auf den naechsten warten. Ausserdem wollten wir mit den Maedels noch Adressen austauschen, aber so hatten wir keine Moeglichkeit mehr dazu.
Voellig gestresst setzten wir uns in ein total heruntergekommenes Café und fruehstueckten erstmal. Bis dahin hatte wir naemlich keine Zeit und keine Nerven gehabt. Raphael war mit uns im Grenzhaeuschen geblieben, so sassen wir dann nicht alleine im Café. Er nahm aber eine halbe Stunde spaeter den Bus nach Cahuita, von wo er dann abends nach San José weiterreisen wollte. Wir entspannten uns langsam und warteten ungeduldig, dass es endlich 10 Uhr ist. Bei einem Spaziergang entdeckte ich einen kleinen Obsthaendler und so kratzten wir unsere letzten Cents aus Panama zusammen und kauften uns einen riesen Haufen Bananen. Die sind super billig, total lecker und machen satt.
Als dann endlich der Bus kam, waren wir heilfroh, endlich im Trockenen und Warmen zu sitzen. Nach einer kleine Diskussion mit dem Bus-Schaffner mussten wir trotzdem den vollen Preis (Changuinola - San José ) zahlen. Damit hatten wir nicht gerechnet und da wir noch Fahrtgeld fuer in San José brauchten, erliess uns der Schaffner gnaedigerweise 100 Colonnes. Dann hatten wir endlich unsere Ruhe und erliessen die 6 Stunden Fahrt gebuldig ueber uns ergehen.
Da der Bus propevoll war, konnten wir uns nicht wie auf der Hinfahrt gemuetlich breitmachen. So setzte sich ein junger Deutscher (20) neben mich, mit dem wir uns dann die Fahrt ueber unterhielten. Er macht gerade eigentlich sein Zivi, aber in Amerika, und hat sich da 5 Wochen Urlaub genommen, um durch Zentralamerika zu reisen. Ausserdem hat er ein 1,0 Abitur und wird am Oktober dann Jura an einer Privatschule studieren (mit Stipendien natuerlich). Da waren wir erstmal baff. Und ich dachte immer, die ganzen 1,0-Abiturienten sind die Oberstreber und Lernen nur und geniessen ihr Leben nicht. Er hat mich ganz deutlich eines anderen belehrt.
Je naeher wir San José kamen, desto besser wurde das Wetter und als wir dann endlich am Bus-Terminal ausstiegen (etwa 4 Uhr) hatte es schoensten Sonnenschein. Wie froh wir waren, wieder in San José zu sein. Mit unseren allerletzten Colonnes zahlten wir dann noch unseren Bus nach Hause und kamen sehr sehr sehr muede daheim an. Nach einer heissersehnten warmen Dusche und leckerem Essen fiel ich totmuede ins Bett. Nach costa rricanischer Zeit waren wir ja schon seit 5 Uhr morgens wach und die ganze Rueckreise hatte mich wirklich geschafft.

So im Nachhinein war dieses Wochenende eines der tollsten Erlebnisse bis jetzt und die tollen und auch die schlechten Erfahrungen moechte ich nicht missen! Denn trotz der vielen Pannen, Aergernisse und des Regens, hatten wir sehr viel Spass und unser Panama-Trip wird uns bestimmt gerade deswegen noch lange in Erinnerung bleiben.

17.1.07 01:33, kommentieren

Playa Hermosa, Guanacaste

La Fortuna und der Vulkan Arenal liegen ja noch auf der Bergkette der Cordilleras. Von der Vegetation gehoert es auch zum Regenwaldgebiet. Guanacaste dagegen ist total anderst.
Nachdem wir (bin mit meiner Family und der Reisegruppe mitgefahren) La Fortuna verlassen hatten, fuhren wir am Arenalsee vorbei, durch Cañas und Tilaran, hielten in Liberia, der Hauptstadt der Provinz Guanacaste, und kamen nach ueber 6 Stunden schliesslich an der Playa Hermosa an.
Waehrend der Fahrt veraenderte sich allmaehlich die Natur. Die typischen Regenwaldpflanzen wurden seltener und immer mehr Trockenwald war zu sehen. Interessant dabei, dass es in diesem Gebiet Baeume gibt, die wie bei uns zu dieser Jahreszeit die Blaetter abwerfen. Bei uns ists dann kalt, hier ist dagegen total heiss und es gibt keinen Regen! Es gibt auch viele gerodete Flaechen, die sehr savannenartig aussehen. Man koennte glatt glauben, man waere in Afrika.
Ein lustiges Highlight auf unserer Fahrt Richtung Meer war ein Gruppe kleiner Ameisenbaeren, die ueber die Strasse und am Strassenrand entlang liefen. Ganz suesse Tiere, vor allem die jungen.

Innerhalb von ein paar Stunden Autofahrt, veraendert sich die Natur so sehr! Aus dem regnerischen La Fortuna kommend, empfing uns in Guanacaste eine Affenhitze (min. 33°C). Als wir in dem wunderschoenen Hotel ankamen, konnten wir zwischen den Cabinas und Baeumen schon den Strand sehen. Das Hotel hat einen toll angelegten Aussenbereich der direkt in den Strand ueberging. Das heisst wir haben nicht mal eine Minute von unserem Zimmer bis zum Strand gebraucht! Der war auch wunderschoen. Playa Hermosa ist eine langgezogene Bucht mit feinem schwarzen Sandstrand und sehr ruhigem Wellengang. Auf der Hotelanlage gabs auch ein paar Haengematten mit Blick aufs Meer. Einfach traumhaft mit einer frischen Kokusnuss in der Hand in einer Haengematte zu liegen und das Meer zu beobachten! =)

Leider war in dem Ort nicht viel los, so dass wir abends auch nicht weggehen konnten. Wolle, ein paar andere aus der Reisegruppe und ich sind dann noch in eine mini-kleine Bar (so wie man sich eine kleine billige Bar direkt am Strand vorstellen wuerde, etwas heruntergekommen aber total freundlich). Danach lag ich noch bis um 1 in einer Haengematte und unterhielt mich mit meinem Bruder, mit dem Rauschen der Wellen im Ohr.
Am naechsten Tag bin ich dann gleich im Bikini zum Fruehstueck - tolles Buffet mit Gallo Pinto, Fruechten und Muesli - und danach sofort an den Strand. Als die anderen langsam nachkamen, beschlossen wir zu einer Plattform zu schwimmen, die wir morgens etwa 200m vom Strand entfernt entdeckt hatten. Von der Plattform aus hatten wir dann einen tollen Blick auf den Strand und die ganze Bucht.
Spaeter setzte ich mich in einen Pavillon unter Palmen und spielte endlich mal wieder Skat, zusammen mit Wolle und zwei anderen aus der Reisegruppe.
Als ich dann merkte wie spaet es ist, musste ich in aller Eile duschen, meine Sachen packen und zum Bus laufen. Ueber Liberia, wo ich umsteigen musste, fuhr ich dann etwa 5 h zurueck nahc San Jose.

4.1.07 18:27, kommentieren

Sylvester

Als ich am 29. Dezember abends wieder in San José war, erfuhr ich, dass Stefan morgens nach Guanacaste gefahren ist, um Sylvester dort zusammen mit Fernando zu feiern. Und da wollt ich mit. Dumm gelaufen, denn ich hatte keine Telefonnummer, konnte sie also absolut nicht erreichen. Und auf gut Glueck nachzufahren und sie zu suchen, war mirzu riskant. Also dachte ich mir, fahr ich mal wieder nach La Fortuna und feier mit meiner Family. Als ich dann am 31. Dezember ploetzliche vor ihnen stand, waren sie ziemlich ueberrascht. Zu ihnen hatte ich naemlich gesagt, dass ich in Guanacaste mit Stefan feier.

Spaeter sind wir (die Reisegruppe mit Reisefuehrerin und Busfahrer und ich) dann in ein Restaurant, wo wir lecker gegessen haben, und anschliessend weiter in eine Art Bar. Da gabs eine kleine Tanzflaeche und gemischt Musik zum abdancen. So haben wir dann halb tanzend halb quatschend ins neues Jahr reingefeiert. Leider nur mit sehr wenig Sekt. Gegen 1 sind wir wieder ins Hotel, da einige Kinder (aus der Reisegruppe) muede waren. Der Busfahrer, Luis, lud Wolle und mich dann noch ein mit seiner Frau in die Disco von La Fortuna zu gehen. Die Nacht war ja noch jung und ein Taxi-Fahrer hatte mir erzaehlt, dass dort die Sylvester-Party schlechthin steigt. Also sind wir natuerlich mitgegeangen. Die Dicso war ueberraschenderweise auch recht gross, mit 2 Dancefloors: einer mit Reggeaton und in dem anderen hat eine Band Salsa, Merengue und Cumbia gespielt. Da Reggeaton nicht so mein Ding ist und der Rest auch lieber zu Cumbia tanzen wollte, waren wir dann im 2. Raum. Luis nahm mich gleich am Arm auf ein paar Taenze und Wolfgang erhielt von Luis' Tochter Tanzunterricht. Spaeter tanzten wir noch mit Luis' Frau und Sohn, der uns staendig auf ein Bier einlud. War ein riesen Spass! Deswegen sind wir auch erst gegen halb 5 wieder im Hotel gewesen. Mit Ausschlafen am naechsten Tag war leider nichts, mussten um 10 wieder raus, da wir in einen Naturpark, Ecocentro Danaus, gefahren sind. Der Park ist nicht ganz so schoen angelegt wie der INBIOparque, aber ich hab dafuer mal Tukane von ganz Nahem gesehen. Ein Parkmitarbeiterin hat Bananen auf einen grossen Ast gelegt und darauf kamen ganz viele Voegel und Eichhoernchen zum Futtern. Gab tolle Nahaufnahmen!

Mit Fotos vom Arenal klappte es leider nicht so gut. Insgesamt war ich jetzt bestimmt eine Woche in La Fortuna und immer war der Krater des Vulkans in Nebelschwaden gehuellt. Als wir aber am naechsten Tag, Dienstag, mal wieder frueh aufmachten, um ans Meer nach Guanacaste zu fahren, verzog sich urploetzlich der Nebel und wir hatten einen wunderschoenen Blick auf den Vulkan. War echt ein toller Abschluss.

2.1.07 03:31, kommentieren

Los Chiles

Am Mittwoch hab ich mich gleich wieder aufgemacht und fuhr meiner Family nach La Fortuna hinterher. Bevor ich ankam, hatten sie auch eine Tour zum Vulkan Arenal gemacht und auch Pech mit der Sicht gehabt. Der Vulkan war wieder total vernebelt und das bis einschliesslich heute. Da hilft dann auch das tolle Hotel nicht weiter, von dem man einen perfekten Blick auf den Arenal hat. Aber wir genossen die Nachmittage und Abende trotzdem und zwar im Hotel-eigenen Pool oder der wunderschoenen Terrasse.

Gestern hat sich dann die ganze Gruppe auf nach Los Chiles, einer sehr kleinen Stadt ganz im Norden des Landes, aufgemacht. Dort bestiegen wir ein kleines Turi-Boot und verbrachten den ganzen Mittag auf dem Río Frío. Dabei sahen wir viele Vogelarten (Reiher, Sterlinge usw.), Schildkroeten, Fische, Kaimane, Bruellaffen und Kapuzineraeffchen, Fledermaeuse und noch vieles mehr. Dazu gab es natuerlich eine tolle Kulisse mit Palmen-bestandenen Flussufern und anderen Baeumen, die bis in den Fluss hineinreichten. Wirklich eine Idylle. Obwohl Regenwetter angesagt war, hatten wir doch Glueck, weil es zumindest aufgeklart ist und die Sonne ab und an rauskam, so dass die Natur noch toller aussah.

Eine ganz andere Erfahrung hab ich heute gemacht. Frueh morgens haben wir uns auf zum Wasserfall von La Fortuna gemacht. Unser Bus hielt etwa eine Stunde entfernt davon und fast alle bestiegen ein Pferd und das letzte Stueck zu reiten. Da ich bis dahin noch nie geritten war, war das anfangs schon aufregend und kribbelig, aber  schon nach ein paar Metern hats mir riesen Spass gemacht und auf dem Rueckweg waer ich gerne noch laenger geritten und mal bisschen schneller. War wirklich toll, aber leider tut mir jetzt voll der Hintern weh =).

An dem Wasserfall sind wir dann erstmal ein ganzes Stueck abwaerts zu dem See gelaufen, in den der Wasserfall hineinfaellt. Verschwitzt kamen wir unten an - die Luftfeuchtigkeit lag bei ueber 80% - und Wolle und ich kletterten erstmal in den See hinein um uns bei 19° abzukuehlen. Dabei schwammen wir einmal um den Wasserfall rum, was einen Heidenspass gemacht hat. Dabei entstanden natuerlich auch die tollsten Fotos, die ich aber leider (noch) nicht online stellen kann, da meine Cam langsam den Geist aufgibt und wir die Bilder mit der Cam von meiner Mam gemacht haben. Vielleicht kommen sie noch (auch die aus Los Chiles).

Nach der tollen Erfrischung ritten wir wieder zurueck und ich nahm den naechsten Bus zurueck nach San José. Obwohls diesmal ein direkter war, dauerte es doch wieder ewig, bis ich daheim war, ueber 5 Stunden. Aber das wars mir wert. Die letzten Tage war mitunter die tollsten Tage, die ich bisher erlebt hab.

30.12.06 04:59, kommentieren