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¡Hola Costa Rica!

Nach einem sehr sehr sehr langen Flug - insgesamt war ich bestimmt 20 Stunden unterwegs! - bin ich Samstag abends ziemlich uebermuedet gelandet.

Mein Gastfamilie war aber total in Vorbereitungen vertieft, da die Tochter am naechsten Tag heiratete! Was ein Anfang! An meinem ersten richtigen Tag in Costa Rica hab ich gleich mal eine costaricanische Hochzeit miterlebt, mit allem drum und dran. Und ich hab irgendso ne mexikanische Band gesehen, die wohl total bekannt ist. War alles ganz schoen, aber im Grunde war die Hochzeit nicht arg viel anders als in Deutschland.

Dagegen ist San José ueberhaupt nicht mit einer deutschen Stadt zu vergleichen. Die Stadt ist so ziemlich eine der haesslichsten Staedte, die ich bis jetzt gesehen hab. Hab schon ein paar Bilder hochgeladen, die eher noch die schoeneren Seiten von San José zeigen. Tagsueber fahren hier so viele Autos rum, es ist dreckig und die Luft ist stickig. Da muss man am Wochenende echt raus, am besten natuerlich an den Strand.
Aber es gibt auch ein paar schoene Dinge hier, vor allem die vielen Palmen und gruenen Pflanzen, die ueberall zwischen den Haeusern wachsen und wunderschoen sind. Das liegt wohl vor allem daran, dass es hier taeglich (!!!) regnet. Jeden Nachmittag giessts wie aus Kuebeln. Dafuer ist es warm und ab Dezember solls besser werden. Hoffentlich!
Das Leben hier ist auch eher einfach. Sieht man ja an den Haeusern. Aber die Menschen geniessen ihr leben. Im Vergleich zu Deutschland ist hier alles auch extrem billig. Ausser Nahrungsmittel, die sind im Vergleich zum Rest teuer. Aber z.B. eine Busfahrt kostet etwa 20 Cent und man kann durch die ganze Stadt fahren. Und auch Ueberlandfahrten kosten praktisch nichts. Fuer knapp 4 Euro kann man an die Karibikseite fahren (ca. 4 Std Fahrt).

Seit Montag hab ich auch Spanischunterricht. Mit dem, was ich mir noch in Deutschland angeeignet hab, komm ich hier recht gut klar. Ïn der Schule lern ich aber total viel und schnell, so dass v.a. das Sprechen immer einfacher wird. Ich frag mich nur, ob mir der Unterricht nach 3 Wochen noch immer Spass macht. Denn jeden Tag immer nur Spanisch ist doch ein bisschen eintoenig. Aber schliesslich will ich ja Spanisch lernen. Es erinnert mich aber auch sehr an die Schule, vor allem deswegen, weil ich jeden Tag Hausaufgaben kriege.

In der Sprachschule hab ich auch gleich am ersten Einige kennengelernt. Grad sind noch 2 andere Deutsche da, Susi und Stephan, mit denen versteh ich mich echt gut. Mit ihnen werde ich wohl die Wochenenden am Meer oder sonst irgendwo verbringen. Und ich glaub, es koennte sehr lustig werden mit den beiden.

Was ich dieses Wochenende mache, weiss ich leider noch nicht. Aber ich werde es dann schon berichten.

Hasta luego!

7.11.06 19:40, kommentieren

Manuel Antonio

Meine zweite Woche hier verging wie im Fluge.

Nachdem ich mich in der ersten Woche nachmittags meistens gelangweilt hab, ist jetzt immer irgendwas los und ich lern immer mehr Leute kennen. In der Schule sind jetzt endlich mehr Schueler, zum Teil auch aus Deutschland oder den Niederlanden.
Neulich war ich dann bei meiner Spanisch-Lehrerin eingeladen. Ich sollte ihre Sohne kennenlernen und mein Spanisch bisschen anwenden. Das klappte zwar leider nicht ganz, weil die 2 Sohene hauptsaechlich Englisch mit mir redeten, war aber ein witziger Nachmittag. Hab mich mit ihnen naemlich richtig gut verstanden. Mit meiner Lehrerin versteh ich mich auch richtig gut und der Unterricht ist immer lustig. Und mein Spanisch wird dabei auch immer besser, ich kann halbwegs fluessig reden und versteh auch die Ticos, so lange sie nicht wie ein Wasserfall reden.
Ansonsten, wenn ich zu Hause bin, schau ich echt gern Fernseher. Die haben hier naemlich richtig coole Programme. Es kommen so viele aktuelle Filme, die immer auf Englisch sind mit spanischem Untertitel. So versteh ich auch alles und lern nebenher noch Spanisch. Sowas sollte es auch in Deutschland geben, eben mit deutschen Untertiteln.
Genialerweise hat meine Familie auch noch einen Internetanschluss - eine Flatrate! - und da der Sohn eh wenig zu Hause bin, hock ich auch oft vorm PC. Also schreibt mir ruhig e-Mails!

Am Wochenende wollte ich dann aber unbedingt aus San José raus. So bin ich mit Susi und Stefan am Freitag Richtung Pazifik Kueste losgefahren, nach Manuel Antonio (4 lange Stunden mit dem Bus). Nachdem die Reise sehr verregnet angefangen hatte, hatten wir dort dann super Wetter.
Als wir eine billige Unterkunft gefunden hatten - eine Cabina fuer 10 $ die Nacht - sassen wir erstmal am Strand, zusammen mit Fiona, einer deutschen Studentin, die hier ein Auslandssemester macht und die wir im Bus kennen gelernt hatten. Ein bisschen spaeter, beim Essen in einem Restaurant am Strassenrand, haben wir dann ein Faultier gesehen, das ganz und gar nicht faul war. Es ist an einer Stormleitung entlang geklettert, hat Blaetter gefuttert und war ziemlich aktiv. Dummerweise hatte ich meine Kamera nicht dabei.
Am Samstag sind wir dann frueh morgens in den Nationalpark Manuel Antonio gegangen und haben dort den ganzen Samstag verbracht. Was wir da gesehen haben, kann man eigentlich gar nicht beschreiben. Wir sind auf schmalen Pfaden mitten durch den Regenwald gestampft, manchmal auch ohne Orientierung, haben viele Fotos gemacht und die Natur genossen. In dem Park gibt es auch 3 wunderschoene Straende. Gerade als sich das Gruen oeffnete und wir auf einen riesigen Strand blicken konnten, sahen wir 2 Waschbaeren, die sich gerade ueber das Essen anderer Besucher hermachten. Die Tiere sind ziemlich interelligent und lassen sich auch gar nicht so leicht verscheuchen. So ist ein wenig spaeter ein Waschbaer zielstrebig auf einen Rucksack zugelaufen, hat ihn aufgemacht und ist mit einem Broetchen im Maul wieder abgehauen.
In dem Park sollte es auch viele Aeffchen geben. Als wir den Park erkundeten, sahen wir aber keinen einizigen. Aber als wir am Strand im Schatten von Palmen lagen, kamen ploetzlich 5 Aeffchen und turnten ueber unseren Koepfen in den Baeumen und Palmen rum. Ein tolles Erlebnis! Ich hab mich riesig gefreut, weil ich die unbedingt sehen wollte.
Im Schatten unter Palmen konnte ich gar nicht glauben, was ich da gerade erlebe. Die vielen Bilder, die man daheim von Traumstraenden und Palmen sieht, ich erlebte sie gerade in Realitaet!
Langsam ging dann auch die Sonne unter und wir mussten den schoenen Nationalpark verlassen. Mit einem Bananen-Shake in der Hand sassen wir dann am Strand und genossen den Sonnenuntergang und die ganze Atmosphaere.
Sonntags wollten wir nicht nochmal den Eintritt fuer den Park zahlen und waren dann an dem Strand von dem Ort Manuel Antonio. Dieser riesige Strand war auch recht schoen, wobei die im Park doch eindrucksvoller sind. Das Wasser war - wie im Park - total sauber, aber nicht ganz durchsichtig. Am Sonntag waren wir bis nachmittags nur am Strand und ich war so viel im Wasser, dass meine Haut schon aufweichte. Ein Freund von Fiona, der zufaellig auch in Manuel Antonio war, hat mich dann noch auf seinem Brett ins Surfen eingefuehrt. Aber auch ohne Brett konnte man da genial Wellensurfen, weil die Wellen und das Meer einfach nur perfekt waren.
Ziemlich fertig fuhren wir dann Sonntag Nachmittag zurueck ins stickige San José. Diesmal aber nicht im Bus, sondern mit einem Tico, den wir auch ueber Fiona kennen gelernt hatten. Sp sparten wir ein bisschen Geld und die Fahrt ging auch schneller.

Insgesamt kann ich eignetlich nur sagen, dass ein riesen Traum in Erfuellung gegangen ist, als ich da am Strand unter Palmen lag!

20.11.06 15:30, kommentieren

San José ist wirklich nicht die schoenste Stadt

Dieses Wochenende war leider nicht viel los, weil wir des Geldes wegen und ich auch ein bisschen, weil ich meine Haut nach dem Sonnenbrand, den ich mir in Manuel Antonio geholt hatte, schonen wollte. So war mein Wochenende ziemlich langweilig, ich hab mal wieder was fuer die Schule gemacht und war in San José unterwegs. Dabei sprach mich eine junge Tica an und wir haben uns ganz nett unterhalten und am schluss noch Mail-Adressen ausgetauscht. War ein schoenes Erlebnis, ich dachte naemlich schon alle Ticos (in San José ) sind irgendwie arrogant oder so. Aber dazu nachher mehr.

Mittlerweile hab ich mich mehr oder weniger an San José gewohnt. Die stickige Luft und der Dreck und so weiter fallen mir gar nicht mehr so auf. Aber ich freu mich trotzdem schon riesig, wenn ich wieder in Stuttgart bin. =)

In der letzten Woche war es aber sehr kuehl, was ziemlich ungewoehnlich ist. Ich glaub teilweise war es in Deutschland sogar waermer! An einem Tag hatten wir nur 14ºC. Ich glaub echt so langsam, dass man in Europa ein total falsches Bild von Costa Rica hat. Jeder denkt, hier scheint die Sonne von frueh bis spaet, ueberall ist das laessige Karibikfeeling und alle sind total ¡Pura vida!. Dem ist leider nicht so! Zunaechst einmal aehnelt hier alles Europa, nur sieht es eben aermlicher aus wie etwa Rumaenien. Meine Lehrerin hat selber gesagt, dass Costa Rica gar keine eigene Kultur hat. Und das Touristen oft ein falsches Bild von Costa Rica haben. Das liegt wohl daran, dass man immer die tollen Bilder vom Strand mit strahlendem Sonnenschein, Palmen etc. sieht. In Wahrheit regnet es hier soooo viel und wenn es das nicht tut, dann ist es ziemlich windig. Klar ist es auch warm, aber ich finde, es ist kaum Unterschied zu den mediterranen Laendern. Ansonsten empfinde ich (auch die anderen estudiantes meiner Schule), dass die Menschen auch lange nicht so offen und entgegenkommend sind wie man immer denkt, v.a. nicht in San José. An den Straenden schon eher, aber hier in der Stadt sind die Menschen fast schon arrogant. Deswegen zieht es einen noch viel mehr an den Wochenenden ans Meer. Dort ist das Wetter auch ein bisschen besser als in der Hochebene der Cordillera Central, auf der San José liegt und man spuert ein dort schon eher Karibikfeeling. Am naechsten Wochenende werden Susi, Stefan und ich auf jeden Fall wieder ans Meer fahren und uns von der Sonne verwoehnen lassen, wenn wir Glueck haben und kein verregnetes Wochenende erwischen.

Mit dene beiden versteh ich mich jetzt auch richtig gut, v.a. mit Susi, weil wir uns ja jeden Tag in der Schule sehen und zusammen Unterricht haben. Gestern abend waren wir zusammen z.B. mit noch 2 anderen aelteren Deutschen aus ihrer Familie im 'El Cuartel', einer grossen Bar, wo viele ausalendische Studenten hingehen. so haben wir da auch Fiona wieder getroffen. Montags abends spielt da auch immer ne Live-Band und gestern Abend war die richtig genial. Neben Rock, Jazz, Salsa usw  haben sie auch Lieder von Bob Marley gesungen. Das hat sich wie original Bob Marley angehoert, einfach nur genial. Im Vergleich zum 'El Pueblo' (so ne Art Partydorf), in dem nur Reggeaton kommt. Da war ich naemlich am Samstag Abend, aber so schnell werd ich da nicht mehr hingehen. War ueberhaupt nicht mein Ding. In der Schule gibts jede Woche auch einen Tanzkurs, wo man Salsa, Merengue und die ganzen Taenze von hier lernen kann. Ich kann das ja shcon ein bisschen, weil ich in der Tanzschule mal nen Salsa-Kurs gemacht ha, aber wie die Maedels hier tanzen, dass ist echt abartig. Ich glaub bei denen wackelt der gazne Koerper, dagegen komm ich mir vor wie ein nasser Sack Kartoffel.

Apropo Kartoffel, das Essen hier ist auch etwas gewoehnungsbeduerftig. Es gibt naemlich so gut wie jeden Tag Reis mit Bohnen. Die Ticos esse, glaub ich, teilweise morgens, mittags und abends Reis mit Bohnen. Da ich sowieso gerne Chinesisch ess, macht mir das eigentlich nichts. Aber so zur Abwechslung mal richtig leckere Pastamit Pesto und Parmesankaese waer schon mal was feines. Naja, dafuer gibts hier auch ganz viele andere leckere Sachen, die man in Deutschland kaum oder gar nicht kennt. So z.B. die Yukka-Wurzel oder die Frucht 'cas' oder ganz viel andere Sachen, deren Namen ich mir leider nicht merken kann. Was auch richtig lecker ist, sind die Kochbananen. damit machen die hier richtig leckere Sachen, von denen ich gar net genug kriegen kann. Und dann macht meine Gastmutter auch voll oft selber Fruchtsaefte, grad z.B. von cas oder Erdbeere oder Orange oder....

Soviel mal wieder. Naechstes Mal gibts auch wieder Bilder und nen Bericht vom Meer. =)

28.11.06 14:59, kommentieren